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(von Hubertus Olbrich) Pfarrkirchen. Eigentlich heißt er Jürgen Bichlmeier, sein Künstlername ist Mr Jones, seine internationalen Kollegen nennen ihn liebe- und respektvoll einfach nur Jones - und wer ihn einmal gehört hat, der fährt gerne auch mal ein paar Meter weiter zu einem seiner in letzter Zeit rar gewordenen Konzerte. So war der Mehrzwecksaal am Spitalplatz am Sonntag gefüllt mit alten und neuen Fans aus Nah und Fern. Wie so oft hatte Mr Jones auch diesmal Unterstützung mitgebracht. Denice Franke aus Galveston/Texas begann gut gelaunt ihr Set mit „Harley Girl“, einem Song über Motorrad begeisterte Damen. Mit kleinen Anekdoten geschmückt erzählte sie in ihren Liedern Geschichten übers ganz normale Leben, die zwar typisch amerikanisch klangen, aber im Grunde in Deutschland ähnlich passiert sein könnten. Die Geschichte vom Cableman (Sergio’s watching), der bei seiner Arbeit an Fernsehleitungen so manchen Einblick in das Privatleben anderer erlangt, oder der junge Mann (Seminole girl), der all seinen Mut zusammen nimmt, um im Tanzsaal ein schönes Indianermädchen anzusprechen, sind Bilder vom wirklichen Leben. Denice Franke brauchte dabei keine große Show, keine artistischen Bewegungen oder irgendeine Effekthascherei. Sie war schlüssig in sich, präsentiertet einen ganz eigenen Stil, die Gitarre zu spielen, ging locker und routiniert mit außergewöhnlichen Stimmungen um und sang auch mal auf deutsch Erich Kästners „Sachliche Romanze“. So schuf sie allein mit ihrer Gitarre und einem teils flehentlichen Timbre ihre ganz eigentümliche und friedliche Atmosphäre. Klasse. Nach einer Pause stand er dann wieder auf der Bühne: Mr Jones, der amerikanischste aller Pfarrkirchner, bewaffnet mit seiner Gitarre und seinem ganz eigenen Humor, seiner ganz eigenen Stimme, seinen ganz eigenen Songs und last not least mit seiner ganz eigenen Karin, die ihn von Zeit zu Zeit auf gewohnt zarte Weise stimmlich unterstützte. Und da waren sie wieder, die kleinen Geschichten, die das Leben schreibt und die dieses Genre so beliebt bei Alt und Jung machen. Der Song „41“, in dem Mr Jones das Verhältnis zwischen Vater und Sohn beschreibt, oder „Hide and seek“, eine kritische Auseinandersetzung mit Glaube und Gott. Alles immer mit etwas melancholischem Pathos versehen. Tiefgang? Unbedingt! Aber bei Mr Jones ist es eben nicht nur der die Seele beschwerende Ballast, sondern auch die dazugehörige Portion Witz und Selbstironie von einem, der zwar gerne tief schürft und dabei auch auf den tieferen Sinn im Verborgenen stößt, aber sich eben gleich darauf wieder freischaufelt, um über die schönen Dinge des Lebens herzlich zu lachen. Und dieser Mr Jones war in Höchstform. So musste seine Gitarre sein ausgeprägt dynamisches Spiel und diverse Stimmungsvarianten über sich ergehen lassen. Er zeigte andeutungsweise choreografische Elemente in seiner Show und bewies mit Karin Jansens Unterstützung, dass er auch nach seiner Triathlonpause die unumstrittene musikalische Nummer eins im ach so grauen Rottaler Kulturleben ist, und dass Erfolg eben auch eine Folge von Leistung und Qualität ist. Ein toller Konzertnachmittag auf hohem künstlerischem Niveau. |
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dollar bill records 1998-2008 URL: http://www.mrjones.net Feedback: webchief@mrjones.net Updated: 2008-04-23 |